Coffeeshops in Amsterdam

Erst einmal: ein Coffeeshop ist kein Café, sondern eine "geduldete Verkaufsstelle für weiche Drogen". Warum geduldet - das erkläre ich weiter unten auf der Seite. Man kann also in einem Coffeeshop Gras und Haschisch kaufen, entweder lose oder als fertig gedrehte Joints. Kaffee gibt es meistens auch, allerdings keinen Alkohol. Viele rauchen im Coffeeshop ihren Joint oder nehmen ihn mit. Auch auf Amsterdams Straßen zieht einem regelmäßig eine Wiet-Fahne um die Nase.


Wiet ist das niederländische Wort für weed, Gras oder Marihuana, also die getrockneten Hanfblätter. Der sogenannte Nederwiet, also Gras aus den Niederlanden, ist für seinen hohen THC-Gehalt bekannt. Angeblich soll der hohe THC-Gehalt im Nederwiet auf eine Züchtung der Universität Wageningen zurückgehen. Weed aus Holland soll also besonders "gut" sein.

Wissenswertes rund um Coffeeshops:

  • Das Mindestalter für einen Besuch im Coffeeshop beträgt 18 Jahre; der Ausweis kann verlangt werden.
  • Es sind weder Alkohol, noch harte Drogen erlaubt.
  • Man darf in Holland bis zu 5 Gramm Cannabis bei sich haben, also auch diese Menge im Coffeeshop kaufen.
  • Vor dem Coffeeshop dürfen die Leute nicht herumlungern oder sich aggressiv verhalten.
  • Bis zu 5 Hanfpflanzen dürfen in einer niederländischen Wohnung stehen.

The Bulldog: Amsterdams bekanntester Coffeeshop

Der Coffeeshop The Bulldog war einer der ersten Coffeeshops in Amsterdam und hat sich seit den 1970er-Jahren zum Kult entwickelt. Angeblich gehen selbst Promis wie Brittney Spears, Mike Tyson, Mariah Carey, Sean Penn und Snoop Dogg dort ein und aus. Neben Wiet gibt es in The Bulldog noch viele andere Dinge zu kaufen: Pfeifen, Pullover, Kappen und sogar Unterhosen und Baby-Strampelanzüge mit The-Bulldog-Schriftzug. An folgenden Ort in Amsterdam gibt es The Bulldog Coffeeshops:

  • The Bulldog™ The First am Oudezijds Voorburgwal 90 im Amsterdamer Rotlichtviertel (siehe Foto unten)
  • The Bulldog™ Energy, im Bulldog-Hotel untergebracht, ebenfalls am Oudezijds Voorburgwal, Nummer 218. Hier werden Smartshop-Produkte und Mushrooms angeboten.
  • The Bulldog Rock Shop Singel 12
  • The Bulldog™ Havri  Leidseplein 17
Coffeeshop The Bulldog auf den Wallen / Rotlichtviertel in Amsterdam

Weitere Coffeeshops in Amsterdam

  • In einem über 500 Jahre alten Gebäude in der Haarlemmerstraat 102 (Bahnhofsnähe) befindet sich Barney’s Coffeeshop, wo man auch zu Mittag oder Abend essen kann.
  • Der Coffeeshop namens Dampkring ist in der Handboogstraat 29, ganz in der Nähe vom schwimmenden Blumenmarkt.
  • Das Green House hat mehrere Coffeeshops in Amsterdam, u.a. am Oudezijds Voorburgwal 191 auf den Wallen, in der Haarlemmerstraat 64 in Bahnhofsnähe sowie am Waterlooplein 345 und in der Tolstraat 91.

Das wär's erst einmal. Insgesamt gibt es fast 200 Coffeeshops in Amsterdam - also viel zu entdecken. Da ich selber lieber ein Bier trinke als einen Joint rauche, kann ich nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen.

Coffeeshops - toleriert, aber nicht wirklich erlaubt

In Holland gibt es das sogenannte gedoogbeleid, eine Duldungspolitik, die nicht immer logisch erscheint. So ist der Verkauf von weichen Drogen wie Marihuana zwar offiziell verboten, wird aber nicht strafrechtlich verfolgt. Es darf jeder 5 Gramm weed bei sich haben, ohne dass er Ärger mit der Polizei bekommt. Coffeeshops dürfen weiche Drogen unter Einhaltung bestimmter Regeln (keine Werbung, kein Verkauf an Minderjährige, kein Alkoholausschank) verkaufen, doch einkaufen dürfen sie die weichen Drogen offiziell nicht. Doch auch hier wird weggeschaut, denn irgendwie muss das weed ja in den Laden kommen. Ziel der niederländischen  Duldungspolitik ist, die Konsumenten weicher Drogen vom Schwarzmarkt und von härteren Drogen fernzuhalten. Mit Erfolg: In Holland sterben weniger Menschen an Drogen als beispielsweise in Deutschland.